Unikate aus dem Township

Afrika-Rahmen In einer Werkstatt in Kapstadt lässt photo dose ganz besondere Holzrahmen fertigen. Davon profitieren in den ärmsten Townships Handwerker und zudem vier Schulen. Drei Euro vom Verkaufspreis fließen in das Projekt „Hilfe für Kinder in Kapstadt“.

Schon Pablo Picasso hat aus Materialen, die andere Menschen wegwerfen, wunderbare Kunstwerke geschaffen. Für ihn eine freie Entscheidung und für die Betrachter ein Denkanstoß. Die Handwerker, die im südafrikanischen Kapstadt kunstvoll designte Bilderrahmen herstellen, handeln hingegen ohne Alternative. Sie nutzen Holz, das sie finden können – in abgerissenen Häusern oder im Meer, das Strandgut. „In einer kleinen Werkstatt mit einfachen Werkzeugen fertigen die Männer dann echte Unikate“, erklärt Geschäftsführer Nick Dose, der selbst schon mehrfach vor Ort war. Holzrahmen, die noch raue Lebensspuren enthalten und zugleich in Handarbeit veredelt sind. Mal farbig bemalt, mal natur, mal mit absplitterndem Lack. „Das ist großartig, was diese Handwerker aus Holz fertigen. Und deshalb bieten wir ihre Rahmen auch von klein bis groß und hoch bis quer in vielen Formaten in unseren Filialen an“, berichtet der Geschäftsführer. Vom festen Kunden photo dose profitiert auch die Werkstatt im Township. „Heute können sieben Handwerker von dieser Arbeit leben“, freut sich Nick Dose. Entdeckt hat die Handwerker seine Mutter Christina Dose, die vor neun Jahren in Eigenregie das Projekt „Hilfe für Afrika“ gestartet hatte. Zunächst sammelte sie in Bremen Kuscheltiere, Matratzen und Bettwäsche für die Aids-Station eines Kapstädter Krankenhauses. „Da gibt es viele Kinder, die sind ganz allein und die haben nicht mal ein Bett“, berichtet die gelernte Krankenschwester. Sie arbeitet jedes Jahr ein, zwei Wochen auf der Station mit und weiß, wovon sie spricht. Mit Hilfe des Logistikers Kühne & Nagel, der den Container zur Verfügung stellt und die teure Überfahrt bezahlt, verschifft Christina Dose einmal im Jahr eine Hilfslieferung nach Kapstadt.

Jeder Schulranzen kommt an
„Ich bin persönlich vor Ort, wenn der Container im Hafen einläuft und sorge dafür, dass alles auch wirklich den Kindern zugute kommt.“ Über das Krankenhaus entstanden dann im Laufe der Jahre die Kontakte zu Schulen in den ärmsten Townships mit hoher Kriminalitätsrate. „Da saßen vierzig Kinder in einer Klasse und hatten zusammen ein Lineal und einen Bleistift“, berichtet Christina Dose. Also begann sie damit auch Schulranzen in Bremen zu sammeln, vor allem von Viertklässlern, die ihren nicht mehr brauchen. Material wie Stifte oder Papier hat sie oft selbst dazu gekauft. Einige tausend Ranzen haben mittlerweile in den Townships einen neuen kleinen Besitzer gefunden. Vier Schulen unterstützt das Projekt mittlerweile. Die ersten sind schon richtig gut ausgestattet. Mittlerweile zieht „Hilfe für Kinder in Kapstadt“ auch Kreise an den hiesigen Schulen. „Wir hatten schon einen Soziallauf, bei dem 14.000 Euro zusammengekommen sind“, freut sich Christina Dose. Dafür hat sie in einer Kapstädter Schule zwei Computerräume ausgestattet. Mit Zusatzkosten, denn ohne einen stabilen Zaun rund um die Schulen, würden die jährlichen Lieferungen dort nicht lange bleiben. Selbst die einfachen Schulmaterialien sind heiß begehrtes Diebesgut. Erste Erfolge des Projekts sind auch schon sichtbar. „Von diesen Kindern, die sonst nur wenig Bildungschancen haben, gehen bereits einige mit Stipendien auf weiterführende Schulen“, freut sich Christina Dose, dass ihre Arbeit nachhaltige Wirkung zeigt. Photo dose unterstützt sie mit drei Euro des Verkaufspreises für jeden Afrika-Rahmen.

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